Compoundierung - VESTENAMER® - Ein Prozessadditiv mit einzigartigen Eigenschaften

VESTENAMER® in Compoundierungen

Verbesserung der Dispergierung von Additiven

Der Zusatz von geringen Mengen Polyoctenamer führt bei Gummimischungen zu einer Verbesserung der Homogenität, d.h. der Füllstoff- und Additivverteilung, wodurch zunächst keine nennenswerte Absenkung der Viskosität hervorgerufen wird, sondern diese in manchen Fällen sogar etwas ansteigt.

Bei höheren Zusätzen überwiegt jedoch der viskositätsabsenkende Effekt von VESTENAMER®. Die Möglichkeit, durch den Austausch eines Teils des Basispolymeren durch TOR die Mischungsviskosität abzusenken und damit die Fließfähigkeit des Compounds zu erhöhen, trägt entscheidend dazu bei, schwierige - weichmacherfreie oder weichmacherarme - Compounds beherrschbar zu machen und die Gewebepenetration zu verbessern.

Verbesserung der Kompatibilität

VESTENAMER® kann sogar Polymere verbinden, die sonst unverträglich sind, beispielsweise

  • EPDM und NBR 

  • Emulsions- und Lösungsgummi

  • Polare und unpolare Kautschuke

  • Polyolefin-Compounds

Einfluss von VESTENAMER® auf das Vulkanisat

Die physikalischen Eigenschaften von VESTENAMER® enthaltenden Compounds werden durch den Gehalt an TOR bestimmt. Im Allgemeinen werden Härte und Elastizitätsmodul erhöht, während Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Reißfestigkeit leicht vermindert werden. Die dynamischen Eigenschaften werden meist auch verbessert, was am reduzierten Wärmestau beim Dauerschwingversuch gezeigt werden kann.

Verminderung des Polymerabbaus in Naturkautschuken

Der Grad des Polymerabbaus, d.h. der Mastikation, hat bekanntlich einen entscheidenden Einfluss auf die Verarbeitbarkeit von Naturkautschuk (NR). In Gegenwart von VESTENAMER® wird dieser Abbau reduziert bzw. bei höheren Dosierungen sogar verhindert. Gleichzeitig wird das Viskositätsniveau des NR/VESTENAMER® Verschnitts deutlich abgesenkt. Dieses Verhalten eröffnet die Möglichkeit, die Viskosität von Naturkautschuk-Compounds durch die Plastifizierung mit VESTENAMER® gezielt einzustellen und gleichzeitig die Mastikation zu reduzieren.

  • Bei mehrstufigen Verarbeitungsprozessen, z.B. der Wiederaufarbeitung von Fehlchargen, ist der Viskositätsabfall gegenüber der reinen Naturkautschukmischung um so geringer, je mehr TOR eingesetzt wird.

  • Rheometerdaten zeigen, dass die Vulkanisiergeschwindigkeit der Verschnitte mit zunehmendem TOR-Gehalt etwas langsamer wird. Allerdings wird dieser Effekt umso kleiner, je höher die Vulkanisationstemperatur ist.

  • Untersuchungen belegen, dass VESTENAMER® die Reversionsstabilität von Naturkautschuk - insbesondere bei höheren Vulkanisationstemperaturen - erheblich verbessert.

  • Abhängig von der Vorgeschichte des Compounds in Bezug auf Mastikation, Mischungsherstellung und Weiterverarbeitung können infolge des geringeren Abbaugrades und der verringerten Reversion auch wichtige Vulkanisat-Werte auf höherem Niveau liegen. Diese interessanten Eigenschaftsverbesserungen sind Modulerhöhung, besserer Compression-Set, geringere Wärmeentwicklung bei dynamischer Belastung u. ä. Die Effekte zeigen sich umso stärker, je höher die Scherbelastung während des gesamten Verarbeitungsprozesses ist, und je höher die Vulkanisationstemperatur bzw. je länger die Vulkanisationszeit ist.

  • Der Abriebwiderstand von Naturkautschukmischungen wird durch VESTENAMER® erheblich verbessert.